Turriff

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Die Kleinstadt Turriff wird von den Bewohnern auch liebevoll Turra genannt, was wohl dem hier gesprochenen Dialekt Doric geschuldet ist. Tatsächlich stammt der Name wohl von den gälischen Begriffen Torr, was so viel wie „runder Hügel" oder Tur, was „Turm" bedeutet, ab.

Die Ursprünge der Stadt gehen auf ein Kloster zurück, das der heilige Columban etwa um 1000 n.Chr. nicht weit vom heutigen Stadtkern errichtete. Kurze Zeit später wurde die auf der Castle Street stehende St Congan's Church gebaut. Von dem Castle, das einst der Straße ihren Namen gab, ist leider nichts mehr vorhanden.

Geschichtlich gesehen spielte Turriff oft eine Rolle – insbesondere 1639, zu Beginn der „Wars of the Three Kingdoms" (1639-1651). Zu dieser Serie von bewaffneten Auseinandersetzungen kam es, nachdem die Länder England, Irland und Schottland unter die Kontrolle eines Königs, Charles I, gekommen waren.

Anfang 1639 versammelte der Marquis of Huntly hier seine Kräfte, um anschließend nach Aberdeen zu marschieren. Hier angekommen erfuhr er, dass sich eine Gruppe Covenanters in Turriff treffen würden und so beschloss der Marquis die Stadt mit 2.000 Mann einzunehmen, um diese Gruppe schottischer Presbyterianer zu vertreiben. Dieser Vorfall ging unter dem Namen „Raid of Turriff", die anschließende kurze Auseinandersetzung als „Trot of Turriff" in die Geschichte ein.

Bei einem Spaziergang durch den Ort kommt man unweigerlich an der Statue einer Kuh vorbei. Eine Statue für eine Kuh? Ja, diese Kuh machte sich 1913 in Turriff einen Namen. Hintergrund des Ereignisses ist die Einführung der „National Insurance", einer Versicherung, die Arbeitgeber für ihre Angestellten ab 1911 zahlen mussten.

Die Farmer in Turriff waren der Meinung, dass ihre Abgaben zu hoch wären, da ihre Arbeiter – anders als Fabrikarbeiter – so gut wie nie krank wären. So kam es, dass Robert Paterson (eine Farmer aus Lendrum) sich weigerte, die Versicherungsmarken seines Personals abzustempeln, wodurch er mit 22 Pfund in Rückstand kam. Dieser Rückstand veranlasste George Keith, seines Zeichens Sheriff der Stadt, dazu, den Hof Patersons zu besuchen, um hier den offenen Beitrag mittels Pfändung einzutreiben.

Pfänden bedeutet jedoch, etwas vom Hof zu entfernen – und da die Dorf-Bewohner und Angestellten, die den Bauern sehr schätzten, nicht bereit waren, beim Tragen von Gegenständen zu helfen, blieb dem Sheriff nur, die weiße Milchkuh (auf die er „Lendrum to Leeks" pinselte) mitzunehmen.

Bei der Versteigerung kam es zu massiven Ausschreitungen gegen den Sheriff, bei denen ein aufgebrachter Mob diesen mit faulen Eiern und fauligem Gemüse bewarf. Viele wurden verhaftet, mussten jedoch alle „mangels an Beweisen" wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Die Kuh ging für 27 Pfund an einen Farmer, doch der Frau des Vorarbeiters von Paterson gelang es, sie mit Hilfe der Dorfbewohner zurückzukaufen und wieder auf den Hof zu bringen. Hier starb die Kuh sechs Jahre später und man begrub sie auf dem Gelände des Hofes.

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N 57°32'19.87"
57.538852

W 2°27'45.52"
-2.462645

   

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