Ceres

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Bildquelle: Copyright by Undiscovered Scotland

Unweit von Cupar und nur ca. 12 km entfernt von St Andrews liegt Ceres. Einst handelte es sich hierbei um eine Gemeinde, zu der unter anderem die Siedlungen Baldinnie, Craigrothie, Tarvit Mill, Chance Inn und Pitscottie gehörten.

Was den Namen Ceres angeht, muss man, wie so oft, im Gälischen suchen. Da der Ort westlich von St Andrews liegt nannte man ihn einst „Platz im Westen" („Siar" = Westen) und da das Anhängen der Endung „-es" für diese Gegend sehr typisch ist, wurde so aus Siar Siares, Ceres. Frühere Mutmaßungen, der Name hätte sich aus dem früheren Namen der Kirche St Cyrus ergeben, stellten sich inzwischen als falsch heraus. Nun ja, so richtig überzeugend wirkt das Ganze nicht und so sagen wir einfach mal, dass sich die Sache mit dem Gälischen zumindest recht schlüssig anhört.

Ceres zählt zu den malerischsten und geschichtsträchtigsten Dörfern Schottlands. Bemerkenswert – weil definitiv einzigartig – ist unter anderem die nahe dem Marktkreuz stehende Statue Provost of Ceres. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten Toby Jug, also einen Krug in Form einer Figur, die man am ehesten mit einem Deutschen Gartenzwerg vergleichen könnte – allerdings werden bei solchen Krügen keine Fabelwesen dargestellt, sondern sie haben sehr viel Ähnlichkeit mit einem echten Menschen. Es ist anzunehmen, dass das Ganze einen satirischen Hintergrund hat.

Den optischen Mittelpunkt Ceres', mit der wohl kürzesten Main Street Schottlands, stellt die Gemeindekirche dar und an der Grünfläche des Dorfes steht ein Denkmal, das an die von hier stammenden Teilnehmer in der Schlacht von Bannockburn (1314) erinnern soll. Errichtet wurde das Denkmal zum 600sten Jahrestag der Schlacht – 1914 für all jene, die nicht rechnen wollen.

Sollte es mal regnen, empfehlen wir einen Besuch im Fife Folk Museum, in dem man viel über das bäuerliche Leben vergangener Zeiten erfährt. Landwirtschaft gehörte einst zu den Haupttätigkeiten in Ceres, aber heute sind die meisten Bewohner des Ortes in den nahen Städten beschäftigt und so wird hier heute eher gewohnt, als gearbeitet. Nur die hiesige Töpferei ließ ein althergebrachtes Produkt wieder ausliefern, die traditionellen Fife Wemyss Ware (Tonwaren).

Wenden wir uns wieder der Gemeindekirche zu. Im Jahr 1806 ersetzte sie – entworfen durch Alexander Leslie – die mittelalterliche Kirche, die bis zu diesem Zeitpunkt als Gotteshaus diente. Was der Kirche anfangs noch fehlte, war der Turm, der erst in den 50iger Jahren des 19. Jh. angebaut wurde. Bis auf zwei weitere kleine Änderungen – elektrische Beleuchtung und zwei Buntglasfenster rechts und links der Kanzel aus dem 20.Jh. präsentiert sich die Ceres Parish Church nahezu unverändert.

Beim Betreten der Kirche entdeckt man das Abbild eines Ritters. Dieses stammt noch aus der ursprünglichen Kirche, ist ausgesprochen gut erhalten – wie alt es ist, wissen wir nicht, aber es stammt aus dem Mittelalter – und zeigt detailliert die Ausrüstung eines Ritters im 15. Jh. Auf dem zur Kirche gehörenden Friedhof entdeckt man das beeindruckende Mausoleum, das die Witwe von Sir Robert, 9. Lord Lindsay nach dessen Tod hier errichten ließ – der Name des Mausoleums Lady Boyd's House rührt daher, dass sie nicht lange Witwe blieb und den 6. Lord Boyd of Kilmarnock ehelichte.

Mehr über das Leben in Ceres und der Region erfährt man im Fife Folk Museum. Das Heimatkundemuseum ist ein beliebtes Ausflugsziel und wirklich sehenswert.

Adresse

Koordinaten

Öffnungszeiten

Diashow

 

N 56°17'32.82"
56.292450

W 2°58'12.68"
-2.970190

 

   

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